"Semester zu verkaufen" - Premiere des Straßentheaters gebührenFRei
Freiburg, den 23. November 2008
Schon zum 2ten Mal wurde Freiburgs Innenstadt vom Straßentheater "gebührenFRei" aufgewühlt. Dabei regten die ’Spaßaktionen’ zu zahlreichen Diskussionen mit Passanten an und das Straßentheater gewann weitere Mitstreiter.
Am Freitag, den 14. November, wurde wieder mal ein Semester verkauft:
Schwarze Banner mit weißem gebührenFRei-Schriftzug schmückten den Rathausplatz. Eine riesige Box symbolisierte das Studiensemester und der Preis, 500 Euro, stand auch darauf. Von den 20 studierfreudigen, jungen Menschen konnte sich nur ein einziger das Semester leisten, die Anderen gingen
betteln. Mit Bittrufen und Infoflyern wurden Vorbeigehende in die Diskussion verwickelt. Es hagelte Solidarität wie auch Unverständnis. Während dessen interviewte ein Filmteam Passanten und Schauspieler. Auf dem Weg zur dritten und letzten Aufführung hatten sich zwei Musiker angeschlossen. Sie begleiteten die Aufführung mit Gitarre wie Geige und zuletzt tanzten Studierende der fünf Freiburger Hochschulen vor dem Münster. Damit war die Aktion beendet.
Für die nächste Straßentheater-Aufführung war der darauf folgende Freitag mit Sturm und Regen nicht sehr einladend. Trotzdem trafen sich genug Freiwillige, um wild in den Straßenbahnen zu musizieren. Jeder brachte ein Instrument mit: In den beheizten Wagons wurde Lärm gemacht - nach dem Motto „Wir können's nicht, müssen aber“ - bis auch der letzte Fahrgast aufmerksam wurde. Danach hat man laut aus Faust zitiert:
„…Bilde mir nicht ein ich könnt was lernen, außer dort in Hessen, und in weiten Fernen. … Es möchte kein Hund so länger leben! Drum hab ich mich dem Protest ergeben.“
Die Menschen in den Bahnen rissen einem die Infoflyer quasi aus der Hand. Schließlich hatten sie Zeit zum Lesen. Inhaltlich ging es um die Situation der Studierenden: An den Freiburger Hochschulen studiert man schneller als zuvor - vor allem schneller seitdem 500 Euro Studiengebühren plus 40 Euro Verwaltungskostenbeitrag zu zahlen sind: Dies bedeutet auch Pflichtkurse abzuarbeiten, nichts unnötiges zu tun, schneller zu lernen, schneller zu arbeiten, schneller zu schlafen.
Straßentheatertruppe freut sich jetzt schon auf spontane Mitmacher für die nächsten Aktionen, die meist Freitags oder samstags in der Innenstadt stattfinden werden. Mehr Infos gibt es per Mail über eine kurze Anfrage bei theater@gebuehrenfreiburg.de
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